Pädagogische Begleitung

„Man muss sich manchmal frei machen von den üblichen Zwängen des Lehrplans. Es ist nicht alles planbar, und das muss man zulassen können. So ist es ja auch in der Wissenschaft.“
Museumspädagogin aus Berlin

Beim forschenden Lernen nehmen Pädagoginnen und Pädagogen eine neue Rolle ein. Sie haben Vertrauen in die Neugier und den Erkenntnisdrang der Kinder und Jugendlichen. Sie stärken das selbstbestimmte Lernen der Kinder und Jugendlichen, indem sie Impulse statt Antworten geben. Sie geben regelmäßig Rückmeldungen und müssen hin und wieder auch motivieren, wenn der Forscher in einer Sackgasse steckt. Sie geben viele Fäden aus der Hand und werden zu Lernbegleitern. Impulse und Hilfestellungen geben sie nur dann, wenn sie benötigt werden.

Doch wie viel Struktur und wie viele Vorgaben sind wann notwendig? Wie viel Freiheit ist möglich? Forschendes Lernen ist für Pädagogen eine Herausforderung. Nur selten ist das Ergebnis des Forschungsprozesses vorhersehbar. Diese Unsicherheit müssen alle Beteiligten aushalten, denn sie gehört zum Forschen dazu. Die Offenheit und Flexibilität dieses Ansatzes bedeutet jedoch keineswegs, dass Strukturen fehlen. Daher klären Sie als Lernbegleiter vorab diese Fragen:

  • Regeln:
    Welche Regeln sollen mit wem aufgestellt werden, um den Kindern und Jugendlichen die nötige Struktur zu geben? Welche Zeitrahmen, Unterstützer und Lernorte können genutzt werden?
  • Bewertung – insbesondere in der Schule relevant:
    Soll der Forschungsprozess bewertet werden? Wenn ja: Was soll bewertet werden? Muss es eine Note geben oder reicht ein individuelles Feedback-Gespräch, ein Zertifikat oder ein Vermerk im Zeugnis? Wichtig ist, dass alle wissen, für was, wann, wie und durch wen die Bewertung erfolgt.
  • Teams:
    Sollen die Kinder/Jugendlichen in Teams forschen? Wenn ja: Wann und wie sollen sich die Teams finden? Wie können neben der Teamarbeit individuelle Forschungszeiten ermöglicht werden?
  • Dokumentation:
    Zum Forschen gehört dazu, dass man Prozesse und Ergebnisse festhält und dokumentiert. Doch wie soll die Dokumentation aussehen und für wen soll sie welchen Zweck erfüllen? Nicht nur für die Kinder und Jugendlichen, sondern auch für die Pädagoginnen und Pädagogen ist die Dokumentation ein wichtiges Instrument, um den Forschungsprozess zu reflektieren.
Zum Weiterlesen:
Vgl. Leuschner, Christina: Die fünf Phasen des Forschungsprozesses, IN: Leuschner/Knoke (Hrsg.): Selbst entdecken ist die Kunst! Ästhetische Forschung in der Schule, kopaed 2012.