Aufbau & Gestaltung

Impressionen und Inspiration:

Keine Lernwerkstatt gleicht der anderen. Jeder Lernwerkstatt liegt ein individuelles Konzept zugrunde, das Ausdruck der (pädagogischen) Ideen derer ist, die diesen Raum gestalten.

Und doch gibt es einen kleinsten gemeinsamen Nenner vieler Lernwerkstätten: die Grundausstattung. Insbesondere im naturwissenschaftlichen Bereich gehören dazu eine Auswahl an Werkzeugen, verschiedene Behälter, Alltagsgegenstände, Natur- und Bastelmaterial, Messinstrumente, vielfältige Literatur (zum Staunen, Nachschlagen, Vertiefen), ein Computer mit Drucker – im Idealfall auch mit Internetzugang – und kuriose Dinge, die die Kreativität und die Neugier der Besucher entfachen.

Materialliste für eine Lernwerkstatt

Alufolie
Aquarium
Backpapier
Backpulver
Balkenwaage
Batterien
Becher (Plastik, Pappe)
Bechergläser (hitzebeständig)
Bohrer (verschiedene Stärken)
Bügeleisen
Büroklammern (Metall)
Chemikalien (Alaun etc., extra lagern)
Dosen
Eimer
Erlenmeyerkolben
Federkraftmesser
Feuerfeste Unterlagen (Feuerschale, Backbleche, Fliesen, Steingut etc.)
Flaschen (Glas, Kunststoff)
Folie (farbig, transparent)
Klebepistole
Klebestift
Klebstoff (flüssig)
Kleidungsschutz (z. B. Schürzen)
Knete
Kochplatte (tragbar)
Kompass
Korken
Korkenzieher
Küchenrolle
Küchensiebe
Küchenutensilien (Schneebesen, Kochlöffel, Quirl etc.)
Küchenwaage
Lebensmittelfarbe
Leitungsdraht, Kabel (dünn, gut biegbar)
Lineal
Locher
Löffel
Löschdecke
Luftballons
Luftpumpe
Luftstromerzeuger (wie kalter Föhn)
Lupe
Magnete
Messbecher (verschiedene Größen)
Föhn
Frischhaltefolie
Gasbrenner (erfordert anfangs etwas Mut)
Gewürze (Salz, Pfeffer, Zucker etc.)
Glasschüsseln, groß
Gläser (klar, ungemustert, verschiedene Größen)
Glühlämpchen (anderes Zubehör für den Bau eigener Stromkreise, z. B. Glühlampenhalter, Schalter)
Gummis
Handschuhe
Heizplatten (elektrische)
Holzbrett (Holzreste)
Holzstäbe (verschiedene Längen)
Isolierband
Kabel (z. B. von einer Lampe, aufgeschnitten als Modell)
Kaffeefilter
Kerzen
Klammeraffe (mit Heftklammern)
Klebeband
Messer
Mikroskop
Mikroskopie (Zubehör)
Mörser
Murmeln
Nägel
Objektträger
Papier (weiß, farbig)
Pappe
Papprollen
Perlen
Pipetten
Pinzetten
Putztücher
Reagenzgläser
Reagenzglashalter
Reagenzglasständer
Sammelboxen (transparent, verschiedene Größen)
Schere
Schlauch (transparente und andere Sorten)
Schnur
Schreibunterlagen (z. B. Klemmbrett)
Schüsseln (verschiedene Größen)
Schutzbrillen
Schwämme
Siebe
Spiritusbrenner
Spiegel
Spieße
Spülmittel
Steine
Stereoskop
Stifte (Bunt-, Filzstifte)
Stoffreste (verschiedene)
Streichhölzer
Stricknadeln
Strohhalme
Styropor
Tabletts
Teelichter
Teelichthalter
Teller (verschiedene Größen)
Teststreifen
Thermometer (verschiedene, auch bis -20°C)
Tinte
Tischtennisbälle
Töpfe
Tragekörbe (Transport in andere Räume)
Trichter
Unterlagen (eventuell feuerfest)
Vogelsand
Waagen (Tafel-, Balkenwaage, Briefwaage aus Physiksammlung)
Wägestücke
Wasserkocher
Watte
Werkzeugsammlung (Hammer, Schraubendreher, Zangen, Sägen etc.)
Zahnstocher
Zeitungspapier
Zellstofftaschentücher

All diese Dinge in einem Raum machen allerdings noch keine Lernwerkstatt! Eine anregungsreiche, einladende Lernumgebung lebt davon, dass die Materialien frei zugänglich, auffindbar und nutzbar sind und dass die Lernenden geeignete Arbeitsflächen vorfinden. Deshalb sind in Lernwerkstätten auch noch diese Dinge wertvoll:

  • offene Regale, die einen einfachen Zugriff auf alle Materialien ermöglichen – im Idealfall für große und kleine Lernwerkstattbesucher
  • transparente Kisten zum Verstauen und Ordnen der Materialien
  • flexible Möbel, die sich sowohl für Gruppen- als auch Einzelarbeit sowie für kleine und große Menschen eignen
  • eine gemütliche Ecke mit einem Sofa, das Platz zum Verschnaufen und Nachdenken bietet
  • Präsentationsflächen, die Fotos, Arbeitsergebnisse, Erkenntnisse, Dokumentationen und andere Lernwerkstattschätze für alle sichtbar machen

In der Zusammenarbeit mit vielen Lernwerkstätten in Berlin, Brandenburg, Hessen und Rheinland-Pfalz haben wir die Erfahrung gemacht, dass ein strukturiertes Vorgehen bei der Einrichtung einer neuen Lernwerkstatt sinnvoll ist. Diese Schritte haben sich bewährt:

  1. Ein Konzept (weiter-)entwickeln.
    Was wollen wir mit der Lernwerkstatt an unserer Kita, Schule, Hochschule erreichen oder verändern? Für wen soll die Lernwerkstatt sein? Wer will und kann an und in ihr mitarbeiten? Für die Beantwortung dieser und weiterer Fragen sind Hospitationen in bestehende Lernwerkstätten und der Austausch mit erfahrenen „Lernwerkstättlern“ hilfreich.
  2. Einen Plan für die Umsetzung machen.
    Am besten klären Sie in einem Team, das sich für die Lernwerkstatt verantwortlich fühlt, diese Fragen: Welche Schritte auf dem Weg zur Lernwerkstatt müssen wir gehen? In welcher Reihenfolge? Wann? Mit wem? Wie viel Geld wird benötigt? Woher bekommen wir das Geld? Welchen Raum können wir nutzen? Welche Fortbildung oder fachliche Unterstützung brauchen wir für die Arbeit in der Lernwerkstatt? Denken Sie daran, rechtzeitig Ihre Kolleginnen und Kollegen und die verantwortlichen Leitungspersonen zu beteiligen und zu informieren.
  3. Die Lernwerkstatt einrichten.
    Sie haben einen Raum gefunden, der nun mit passendem Inhalt gefüllt wird. Das kann ein echtes Gemeinschaftswerk werden: Ob Kinder, Jugendliche, Eltern, Nachbarn oder Kollegen – alle können Materialien beisteuern. Auch aus dem Budget Ihrer Einrichtung werden kleine Investitionen für die Einrichtung möglich. Sie beginnen sobald wie möglich mit der Arbeit in der Lernwerkstatt und werden merken, dass auch im unfertigen Zustand schon geforscht werden kann und dass nicht alle bisher angeschafften Materialien so geeignet sind, wie gedacht.
  4. In der eigenen Lernwerkstatt arbeiten.
    Sie konzipieren, planen und führen die ersten Lernwerkstattsequenzen in Ihrer Werkstatt durch – im Idealfall gemeinsam mit Kollegen. Eine Auswertung – mit den Lernenden aber auch mit Kollegen – hilft Ihnen dabei, sicherer in der Lernbegleitung zu werden, Forschungsabläufe in der Lernwerkstatt zu analysieren und die Qualität Ihrer Lernbegleitung und der Lernumgebung einzuschätzen.

Übrigens: Selbst jahrelang bestehende Lernwerkstätten sind nie fertig und die verantwortlichen Pädagoginnen und Pädagogen setzen sich immer wieder aufs Neue mit diesen Aspekten auseinander.

Vernetzungs- und Fortbildungsangebote in Berlin finden Sie hier.