Aufbereiten, präsentieren, reflektieren

Gesammelte Materialien ordnen, Ergebnisse von Experimenten darstellen und anderen präsentieren – auch das ist Teil des Forschungsprozesses. Und nicht erst am Ende, sondern während des ganzen Prozesses spielen der Austausch mit den „Forscherkollegen“ und die Reflexion der eigenen Vorgehensweise eine wichtige Rolle.

Ein Beispiel aus dem Bereich Kunst und Kultur

„Warum ist das Einkaufszentrum so ein beliebter Treffpunkt?“, fragen sich die Achtklässler einer Hamburger Schule. Vor Ort erkunden sie die Atmosphäre mit allen Sinnen, beobachten das Konsumverhalten und zeichnen Bewegungsmuster. Sie sammeln Erkenntnisse zur Architektur und Geschichte des Gebäudes und analysieren die gesellschaftliche Struktur in der Umgebung. Mithilfe von Künstlern stellen die Jugendlichen ihre Forschungsergebnisse in Performances und Installationen dar, mit denen sie das Einkaufszentrum einnehmen und verändern.

Präsentieren

Es muss nicht gleich eine große Aufführung in einem Einkaufszentrum oder in der Aula sein – mit Eltern, lokaler Presse und Käsehäppchen. Doch es ist wichtig, dass die Ergebnisse in irgendeiner Form den anderen – Forschern und Pädagogen – gezeigt werden. Bei einer Präsentation sollen die jungen Forscherinnen und Forscher Wertschätzung für ihre geleistete Arbeit erfahren. Und sie haben ein Ziel, auf das sie hinarbeiten können. Dabei geht es nicht um richtig oder falsch, sondern darum, sich die Erkenntnisse bewusst zu machen und zu reflektieren. Wenn es nicht die große Bühne sein soll, lassen sich die Ergebnisse auch bei einem kleinen Ausstellungsrundgang im Klassenzimmer oder bei einer Diskussionsrunde im Stuhlkreis präsentieren. Wichtig ist, dass es auch den Forschern selbst Freude bereitet. Die Präsentationsform sollte also – wie möglichst alle Schritte im Forschungsprozess – individuell wählbar sein. 

Größere Präsentationen, wie ein Theaterstück oder eine Ausstellung, haben den positiven Nebeneffekt, dass die Forscherinnen und Forscher gleichzeitig zu Projektmanagern werden. Für die Vorbereitung und Umsetzung können viele Verantwortungspakete verteilt werden: Einladungsmanagement, Öffentlichkeitsarbeit, Technik, Catering etc. Außerdem muss ein klarer Zeitplan erstellt werden.

Reflektieren

Feedbackgespräche, regelmäßige Einträge in Forschertagebücher oder Umfragen auf einem Plakat mit Klebepunkte-Abstimmung: Es gibt viele Möglichkeiten, um während oder am Ende des Forschungsprozesses die Erfahrungen und Erkenntnisse zu reflektieren. Die Reflexion hilft den Kindern und Jugendlichen, sich die eigene Vorgehensweise sowie Erfolge und Hindernisse bewusst zu machen. Der Austausch im Tandem, im Team und mit den Pädagogen stärkt auch die sozialen und kommunikativen Kompetenzen der jungen Forscher. Beim forschenden Lernen mit Kita-Kindern geht es vor allem darum, im Gespräch mit dem Pädagogen die Erlebnisse und Wahrnehmungen mit den Vorerfahrungen zu verknüpfen und sie so zu bildenden Erfahrungen werden zu lassen.

Wichtige Fragen für die Reflexion sind: 

  • Haben die Kinder bzw. Jugendlichen eine eigene Forscherfrage entwickelt?
  • Was war die Ausgangsfrage? Welche Bedeutung hat/hatte sie für die Lernenden?
  • Was haben sie dazu herausgefunden? Was bleibt offen?
  • Welche neuen Fragen haben sich ergeben?
  • Wurde mit verschiedenen Methoden gearbeitet? Mit welchen?