Tanz der Kultur.Forscher!

27 Schulen starten in die dritte Programmphase der Kultur.Forscher!. Zum Auftakt trafen sich Lehrer und Kulturpartner aus sechs Bundesländern in Berlin, um dort über Schulen als lernende Organisationen und gelungenen Forscher-Unterricht zu diskutieren.

Tänzerinnen und Tänzer wiesen den Weg zum ersten Netzwerktreffen der Kultur.Forscher!-Schulen am 18. und 19. September 2014: Sie tanzten im Innenhof, im Foyer, im Treppenaufgang  und nahmen schließlich im Großen Saal Platz. Wer ihnen gefolgt war, befand sich bereits dort, wo die Teilnehmenden an zwei Tagen gemeinsam Erfahrungen austauschen, sich kennenlernen, diskutieren und arbeiten würden.

Dance Poetry ist eine Performance, bei der sich Künstler tänzerisch einen Ort aneignen: die Villa Elisabeth in Berlin, in diesem Fall. Zu den Gästen zählten 90 Lehrkräfte, Kooperationspartner und Schulleitungen aller 27 Kultur.Forscher!-Schulen sowie Lutz Roschker, Partner der PwC-Stiftung, Dr. Heike Kahl, Geschäftsführerin der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung, und der Autor Feridun Zaimoglu, der in einer stimmungsvollen Lesung am ersten Abend seine eigene Schulzeit zum literarischen Gegenstand machte.

Schule als Lernende Organisation

Dynamisch blieb es auch am zweiten Tag, als der Moderator und Trainer Andreas Leipelt für seinen Vortrag erst einmal den gesamten Saal  umsetzte, um eine Diskussion in möglichst heterogenen Kleingruppen anzuregen. Sein anschließender Vortrag beschäftigte sich mit Schule als Lernender Organisation und der Frage, welche fünf Disziplinen in einem Veränderungsprozess eine Rolle spielen. Wie kann Schule etwa das Teamlernen im Kollegium fördern? Welche Rolle spielt jeder einzelne und der  Dialog dabei? Wichtig ist vor allem die Erkenntnis, dass die Arbeit in Teams kein Selbstläufer ist, sondern gegenseitigen Respekt erfordert – und klare Regeln.

Danach gingen die Schulen in drei länderübergreifenden Netzwerken an die Arbeit: Welche Besonderheiten hat meine Schule? Was können wir schon gut und was können wir im Netzwerk von Anderen lernen? Wo steht die Schule in ihrem Geflecht aus Partnern? Mit welchen Partnern besteht bereits ein enger Kontakt und welche möglichen Partner haben wir noch überhaupt nicht erreicht? Mit diesen und ähnlichen Fragen beschäftigten sich die Teilnehmenden. Sie berieten sich gegenseitig  und erstellten schließlich einen Projektfahrplan, der alle weiteren Schritte zum kulturellen Vorhaben für das kommende Schuljahr zusammenfasst.

Zwischen neu und alt

Besonders spannend an der dritten Phase ist, dass sehr unterschiedliche Schulen gemeinsam daran arbeiten, Lernkultur langfristig zu verändern. Erfahrene Schulen, die zum Teil seit fünf Jahren Kultur.Forscher! sind, teilen ihre Erfahrungen mit Forschendem Lernen. Neue Schulen mit viel Expertise in der inklusiven Bildung arbeiten zum Thema Vielfalt.

Welche Erwartungen verbinden die neuen Schulen mit ihrer Teilnahme am Programm? „Von Kultur.Forscher! erwarten wir, dass wir Teil eines Netzwerks mit Ideen werden. Die anderen Kultur.Forscher!-Schulen kennen wir noch überhaupt nicht. Auf deren Erfahrungen sind wir ganz besonders neugierig. Sicherlich können wir uns von ihnen inspirieren lassen“, erklärte eine Lehrerin der Realschule Plus Untermosel.

Forschendes Lernen in Schwung bringen

In einem waren sich alle Teilnehmenden einig: Es lohnt sich, Forschendes Lernen in den Lehrplänen und in den Köpfen zu verankern. Ein Krefelder Kulturpartner berichtete: „Das Spielen im Theater macht den Kindern und Jugendlichen Mut und es gibt ihnen Selbstvertrauen. Besonders wenn die Eltern zu den Vorstellungen kommen und ihre Kinder plötzlich mit einem ganz anderen Blick sehen. Da verändert sich etwas – auch für den Alltag.“

Dass Kultur.Forscher! noch viel mehr können als Zeitpläne schmieden, Erfahrungen austauschen und Ideen entwickeln können, bewiesen alle noch einmal zum Abschluss: Angeleitet von Andreas Leipelt tanzten die Anwesenden einen mitreißenden Line-Dance aus Schottland, der ihnen genug Schwung mitgibt für die nächsten zwei Jahre Netzwerkarbeit.

Kultur.Forscher! ist ein gemeinsames Programm der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung und der PwC-Stiftung Jugend – Bildung – Kultur. Weitere Informationen zum Programm finden Sie unter: www.kultur-forscher.de

 

 

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